
2024 (7. Dezember)

Ana Zirner, Autorin und Bergsportlerin, vermittelte die Highlights ihrer Bergwanderung durch die Alpen von Ost nach West (von Ljublijana/Slowenien bis Grenoble in Frankreich), das waren ca. 1.900 km in 60 Tagen. Überraschend waren für das Publikum die geschilderten Grenzerfahrungen in und mit der Natur, die Veränderungen, die dieses Wandern mit dem Menschen macht, und auch die positiven Erfahrungen mit der Hilfsbereitschaft anderer Menschen. Die Erlebnisse ihrer Wanderung hat Frau Zirner als Buch veröffentlicht.
Der Landschaftsplaner und Fotograf Bertram Weisshaar, geprägt in seinem Studium u.a. durch Lucius Burckhardt, der über die Spaziergangswissenschaft forschte, nahm sich ein faszinierendes und zugleich heikles Thema vor: Der Vortrag „Letzte Grube zu“, sein Manuskript zum geplanten Buch, zeigte eindrücklich die Schönheit, ja „Naturnähe und Erhabenheit“, verlassener Tagebaugruben und Abraumhalden. Auf der anderen Seite haben diese topologischen Veränderungen oft Schäden am Ökosystem hervorgerufen, die nur sehr teuer zu beheben sind. Sogar die neu entstehenden „Urlaubslandschaften“ haben durch den Umbau neue Schäden verursacht, wie Herr Weisshaar am Beispiel des Knappensees in der Lausitz zeigen konnte.
Einen persönlichen Blick auf den internationalen Fernwanderweg der Freundschaft von Budapest nach Eisenach gewährte uns Heike John aus Erfurt. Sie wanderte die ca. 2.700 km in Richtung Eisenach, um am Ende wieder „anzukommen“. Neben der landschaftlichen Schönheit, vieler origineller Objekte (Relikte der letzten beiden Weltkriege, Grenzsteine, Türme u.v.m.) hat besonders beeindruckt, wie eine „Community“ die Erinnerung an die Vergangenheit dieses Weges pflegt, von Stempelheften über Treffen und „EB“-Aufkleber an den neu ausschilderten heutigen Europäischen Fernwanderwegen. Es geht eben nichts ohne Emotionen!
GK
